Weihnachten?

 

 

 

Frei nach Josef Freiherr von Eichendorff

 

 

 

Auf Markt und Straßen Menschen hasten,

 

grell erleuchtet Haus um Haus.

 

Grübelnd irr` ich durch die Gassen,

 

sieht` s so weihnachtsfestlich aus?

 

 

 

Ihre Fenster haben Frauen

 

mit grellen Sternen schrill geschmückt,

 

viele geh`n vorbei und schauen,

 

denken, die sind doch verrückt.

 

 

 

In dem Kaufhaus laute Lieder

 

dröhnen von der stillen Nacht,

 

kopfschüttelnd denk ich schon wieder,

 

was wird nur aus dem Fest gemacht?

 

 

 

Ich finde es zum Haare raufen,

 

alle wollen raffen, kaufen.

 

Wen müsst ich wohl noch beschenken,

 

muss man auch an Arme denken?

 

 

 

Die Meisten denken an Profit,

 

Andere brauchen Kredit.

 

Jesus spielt selbst für manchen Christen

 

am Weihnachtsfest nur den Statisten.

 

 

 

Doch ich fliehe aus den Mauern,

 

suche Ruh in Wald und Feld,

 

Gott sei Dank hier gibt`s sie doch noch,

 

weite, stille Weihnachtswelt.

 

 

 

Aus der Ferne leises Läuten

 

kündet von der Stillen Nacht.

 

Und so freue ich mich heute

 

über ruhige Weihenacht.                   

                                                             Annette Weidmann

                                                             (Mitglied KAB St. Josef, Datteln)